(Quelle: OVZ 28.02.2014)
Altenburg. Nachdem die CDU schon als erste Partei ihr Stadtratswahl-Programm beschloss, steht nun auch ihre Kandidatenliste. Alle… vom Vorstand vorgeschlagenen 36 Bewerber wurden auf einer Mitgliederversammlung am Mittwochabend mit großer Mehrheit gewählt.
Von Günter Neumann
Mit 36 Kandidaten ist die Liste „voll“ – mehr Stadträte lässt das Kommunalwahlrecht für eine Stadt von der Größe Altenburgs gar nicht zu. Und natürlich ist jedem Christdemokraten klar, dass niemals alle den Sprung in den ehrwürdigen Ratssaal schaffen können – die Union müsste 100 Prozent erreichen, alle anderen allesamt null. Doch die Wahltaktiker der Union – und auch der anderen Parteien und Gruppierungen – rechnen anders: Je mehr Kandidaten auf der Liste, und je bekannter sie sind, desto mehr Stimmen werden am Ende bei den Wählern eingesammelt und desto stärker wird die Fraktion.
„Wir brauchen eine starke CDU-Fraktion im nächsten Stadtrat, damit wir vernünftige Politik machen können. Dann werden sich auch Linke, SPD und Pro Altenburg nicht unseren Vorschlägen verschließen können“, warb CDU-Chef André Neumann für den Listenvorschlag seines Ortsvorstandes. „Wir werden künftig ganz anders arbeiten können.“
Das dies aus Unionssicht höchst notwendig ist, begründete Neumann mit der aktuellen Situation im Altenburger Stadtparlament. „Es macht keinen Spaß mehr. Der Stadtrat wird nur noch an der Nase herumgeführt“, kritisierte er den Stil von SPD-OB Michael Wolf und beklagte in diesem Zusammenhang das „völlige Ausblenden von Problemen“, beispielsweise im Umgang mit den Nachbargemeinden.
„Das alles zwingt uns, deutlich zu machen, dass es so nicht weitergeht. Der OB hat einmal zu viel gewonnen“, sagte Neumann. Wolf müsse sich jetzt entscheiden, ob er sich auf die CDU und den Stadtrat zubewegt, „oder ob er sehr schwere nächste Jahre haben wird“.
Bei ihrer Liste setzt die Altenburger Union auf einen Mix von erfahrenen Stadträten und Neueinsteigern, jüngeren und älteren Bewerbern, Vertretern aus Ortsteilen, Wirtschaft, Sportvereinen und Kultur.
Mit Dr. Henrik Pradel beispielsweise gelang die Integration eines prominenten Mitglieds des Stadtforums, die Chefin der Energy Diamonds, Angelika Lange, ist unter jungen Leuten bekannt. Und auch die „Abtrünnigen“ von FDP und SPD, Johannes Frackowiak und Andrea Rücker, sollten Stimmen mitbringen – selbst wenn sie nicht auf wirklich sicheren Plätzen gesetzt sind.
Bei der Abstimmung bewiesen die 31 wahlberechtigten CDU-Mitglieder ein hohes Maß an Geschlossenheit, selbst die schlechtesten Ergebnisse hatten immer noch 25 Ja-Stimmen auf dem Konto. Darunter übrigens Tierschützerin Andrea Rücker, die fünf Nein-Stimmen und eine Enthaltung erhielt. Über jeweils hundertprozentige Zustimmung konnten sich dagegen Ulrich Grabsch (Platz elf), Ulf Pohling (34) und Alexander Büring (36) freuen.
Partei- und Fraktionschef André Neumann, der nun auch als Listen-Spitzenkandidat ins Rennen geht, erhielt 30 Ja- und eine Nein-Stimme. Das schafften auch Sandra Kretschmann (3), Sandy Reichenbach (4), Detlef Hoh-Schmidt (5) sowie Robert Streu (8). Aufgrund einer Panne wurde die Wahl allerdings zum über dreistündigen Abendprogramm: Zwei Mitglieder des Stadtverbandes, die nicht in Altenburg wohnen und deshalb keine Kandidaten aufstellen dürfen, hatten trotzdem mitgewählt. Über die bis dahin abgestimmten 20 Plätze musste nochmals entschieden werden.Mehr anzeigen — mit Sven Eckelt und 14 weiteren Personen.
Bismarckturm Altenburg
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